Geschäftsbericht 2025

Editorial

Ein bewegtes Jahr für die Schweizer Milch

2025 war für die Schweizer Milch­branche ein anspruchs­volles Jahr mit hoher Dyna­mik. Markt­ver­ände­rungen, poli­tische Ent­scheide und neue Heraus­forde­rungen prägten das Um­feld. Gleich­zeitig zeigte sich: Milch bleibt gefragt.

Herausfordernder Markt

Während das erste Halbjahr stabil ver­lief und der Richt­preis das ganze Jahr auf 82 Rap­pen ge­halten werden konnte, ver­schärfte sich die Lage in der zweiten Jahres­hälfte. Die An­kündi­gung von US-Zöllen, der starke Franken, hohe Butter­lager, der Ver­edelungs­verkehr, der Käse­frei­handel, stei­gende Milch­mengen sowie ein ver­ändertes inter­natio­nales Preis­niveau führten zu einer äusserst un­günstigen Markt­konstellation.

Als Reaktion beschloss die BO Milch im Sep­tember hohe Export­mengen an Rahm und Butter. Dennoch machten die an­hal­tend hohen Milch­mengen die Ein­füh­rung von C-Milch per 1. Januar 2026 sowie eine An­passung des A-Richt­preises auf 78 Rap­pen per 1. Februar 2026 not­wendig. Im Bewusst­sein, dass diese Ent­wicklung tem­porär ist und lang­fristig eine Milch­knapp­heit droht, haben die Pro­du­zenten diesen schwie­ri­gen Ent­scheid der Branche mitgetragen.

203 t

Milchmenge pro Betrieb Ø

Veränderung gegenüber Vorjahr: +5,1 %

Politische Lichtblicke

Ein positives Signal auf politischer Ebene war die An­nahme der Motion zur «Stärkung der Milch im Gras­land Schweiz» von beiden Räten an­ge­nommen. Diese wird nun an den Bundes­rat über­wiesen mit dem Auf­trag zur Um­setzung – ein wich­tiger Schritt im Hin­blick auf die AP2030+. Boris Beuret enga­gierte sich auch 2025 aktiv in der Begleit­gruppe zur AP2030+ und ver­trat die Inte­ressen der Milch-Branche.

Im Zentrum stehen dabei verläss­liche Rahmen­be­din­gungen: ein ge­stärkter Grenz­schutz durch eine höhere Ver­käsungs­zu­lage, die Reduk­tion des Ver­edelungs­verkehrs zugunsten Schwei­zer Milch­roh­stoffe sowie eine konse­quente Ver­tei­di­gung der Swissness im Inland.

Auch die Bundesfinanzen forderten grossen Ein­satz. Dank ver­einten Kräften konnten ein­schnei­dende Kür­zungen im Budget 2026 ver­hindert werden. Die Dis­kus­sionen um das Ent­las­tungs­paket 27 gehen weiter und reichen bis ins Jahr 2026 hinein.

Klar positioniert und sich der Nein-Allianz an­ge­schlossen hat sich die SMP zudem gegen die «Ernährungs­initiative», die einen höheren Selbst­ver­sorgungs­grad durch eine stärkere Aus­richtung auf pflanz­liche Er­nährung fordert.

Erfreulicher Konsum – Milch ist im Aufwind

Der Konsum von Milch und Milch­produkten ent­wickelte sich positiv. Besonders junge, gesund­heits­bewusste Kon­su­ment:innen setzen wieder ver­mehrt auf natür­liche, regio­nale und nach­haltige Pro­dukte. Milch erlebt ein Come­back und be­hauptet ihren Platz in einer aus­ge­wogenen Ernährung.

Unser Basismarketing hat auch 2025 mit wir­kungs­vollen Kam­pagnen über­zeugt und die Milch an zahl­reichen Events einer breiten Öffent­lich­keit näher­ge­bracht. Ein Höhe­punkt waren die erst­mals in der Schweiz durch­ge­führten World Cheese Awards, gekrönt von einem Schweizer Welt­meister­titel – beste Werbung für das Milch- und Käse­land Schweiz.

2–3

Portionen Milch pro Tag

Gemäss offizieller Schweizer Ernährungsempfehlungen gehören täglich 2 bis 3 Portionen Milch, Joghurt oder Käse zu einer gesunden Ernährung.

Nachhaltigkeit, PFAS und Tierseuchen

Nachhaltigkeit blieb ein zentrales Thema. So stand das Milch­forum ganz im Zeichen dieses Schwer­punkts. Zudem be­schäftigten wir uns intensiv mit der Aus­wer­tung und Kommu­ni­kation der Resul­tate des Selbst­checks Lebens­qualität. Dieser zeigte das Spannungs­feld zwischen Berufs­stolz, hoher Be­lastung und Zu­kunfts­sorgen auf.

Die Milchbranche beteiligt sich zudem aktiv am Klima­bündnis Lebens­mittel, das die IG Detail­handel im Sommer ins Leben gerufen hat. Diese Allianz der wich­tigsten Akteure der Schwei­zer Lebens­mittel­branche will wirk­same branchen­über­grei­fende Mass­nahmen zur Re­duk­tion der Treib­haus­gas­emis­sionen um­zu­setzen, ohne die in­län­dische Pro­duk­tion zu schwächen. Wir vermissen aller­dings daraus klare und nach­haltige Ent­scheide für die Zukunft.

Mit Sorge verfolgen wir die Ent­wick­lungen rund um PFAS. Die SMP setzt sich mit Nach­druck dafür ein, dass Be­trof­fene nicht allein gelassen werden. Zudem be­schäftigten Tier­seuchen wie die Blau­zungen­krank­heit oder die Lumpy Skin Disease die Branche. Wir infor­mierten unsere Pro­du­zent:innen pro­aktiv und bleiben aufmerksam.

Organisation und Ausblick

Im Februar 2025 durften wir Micaël Müller als Leiter Sorten­käse, Inno­vation und Bil­dung in der Ge­schäfts­leitung be­grüssen. Im Sommer verab­schiedeten wir Pierre-André Pittet in den wohl­ver­dienten Ruhe­stand.

Im Rahmen der 2024 verab­schiedeten Stra­te­gie be­schäftigt sich seit Anfang 2025 eine Arbeits­gruppe mit dem Thema Organi­sations­ent­wicklung. Ziel ist eine attrak­tive, zukunfts­fähige Orga­ni­sation. Dazu gehört auch der gezielte Ein­satz künstl­icher Intelli­genz. Wir inves­tieren bewusst in dieses Thema, um effi­zient und wir­kungs­voll zu arbeiten.

Unser zentrales Anliegen war und bleibt, uns nach Kräften für die Milch­pro­du­zent:innen in der Schweiz ein­zu­setzen und Ver­ant­wortung zu über­nehmen.

Liebe Milchproduzent:innen, wir danken Ihnen herz­lich für Ihr Ver­trauen und Ihre Unter­stüt­zung im Jahr 2025.

Boris Beuret

Präsident Schweizer Milchproduzenten SMP

Stephan Hagenbuch

Direktor Schweizer Milchproduzenten SMP

Jahresrückblick

  • Neueintritt

    1. Februar

    Micaël Müller tritt als Leiter Sorten­organi­sa­tionen, Inno­va­tion und Bil­dung und Mit­glied der Geschäfts­leitung bei der SMP ein.

  • Delegierten­versammlung

    16. April

    Die DV steht unter dem Motto «Unsere Stärken stärken». Das Gesuch zur Weiter­führung der Allge­mein­ver­bind­lich­keit im Be­reich Marke­ting wird gut­ge­heissen, und es wurden drei neue Vor­stands­mit­glieder, zwei Supp­leanten und Mireille Hirt als Vize­präsi­dentin gewählt.

  • Motion zur Stärkung der Milchproduktion

    17. Juni

    Motion zur Stärkung der Milch­produk­tion im Gras­land Schweiz: Am 3.3. nimmt der Stände­rat und am 17.6. der Natio­nal­rat die Motion an. Sie wird nun an den Bundes­rat über­wiesen mit dem Auf­trag zur Um­set­zung im Rah­men der AP2030+.

  • Milch im Aufwind

    15. Juli

    Medienmitteilung: Der Ge­sund­heits­trend treibt die natio­nale und inter­natio­nale Nach­frage. Konsu­ment:in­nen setzen ver­mehrt auf natür­liche, regio­nale, wert­volle und nach­haltige Lebens­mittel. Das sind gute Neuigkeiten.

  • Resultate des Selbstcheck Lebensqualität

    28. Oktober

    Resultate des Selbst­check Lebens­qualität werden ver­öffent­licht. Es zeigt sich: Die Schwei­zer Milch­wirt­schaft steht gleich­zeitig für hohen Berufs­stolz und starken famil­iären Rück­halt – aber auch für struk­tu­relle Belas­tungen und Zukunfts­sorgen.

  • BO Milch: zusätzliche Massnahmen

    14. November

    Der Vorstand beschliesst zu­sätz­liche Mass­nahmen: Die Stüt­zung von wei­teren 1530 t Butter­ex­porten wird frei­ge­geben. Der A-Richt­preis für Januar 2026 bleibt unver­ändert.

  • SMP-Milchforum

    21. November

    Unter dem Motto «Nach­hal­tig­keit in der Milch­wirt­schaft» findet das Milch­forum im Rahmen der Suisse Tier in Luzern statt. Dazu laden SMP und ZMP gemeinsam.

  • BO Milch: Senkung des A-Richtpreises

    15. Dezember

    Der Vorstand beschliesst eine Sen­kung des A-Richt­preises um 4 Rap­pen ab 1. Februar 2026, fixiert für 11 Monate.

Zahlen & Fakten

16 387

Milchproduktionsbetriebe in der Schweiz

Dies entspricht einer Abnahme um 2,2 % gegenüber dem Vorjahr

3,43 Mio.

Tonnen produzierte Milch

Dies entspricht einer Zunahme um 2,8 % gegenüber dem Vorjahr.

30 %

Käsereimilch

Rund 30 % der Milch stammt von Betrieben mit silofreier Fütterung.

499 712

Kühe auf Milchproduktionsbetrieben

Dies entspricht einer Veränderung um –0.5 % gegenüber dem Vorjahr.

76 Rp.

Milchpreis

Im Schnitt haben die Milchproduzenten im Jahr 2025 76 Rappen pro Kilogramm Milch erhalten.

45 %

der Milch zu Käse verarbeitet

Rund 55 % der Milch geht in die industrielle Verarbeitung.

30 %
Produktionswert Milch

Die Milchproduktion (inkl. Fleisch) trägt rund 30 % zum landwirtschaftlichen Produktionswert bei und ist damit der grösste Produktionssektor.

80 %

Grasland

Inklusive Sömmerungsflächen sind 80 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen der Schweiz Grasland: ideal für Wiederkäuer, die das Gras in Milch und Fleisch veredeln können.

Die 12 Mitglieds­organisationen

Zwölf regionale Produzentenorganisationen bilden die institutionelle Verbindung zwischen der Dachorganisation Schweizer Milchproduzenten SMP und den einzelnen Milchproduzenten. Einerseits vertreten die Repräsentant:innen der SMP-Mitglieds­organisationen die Interessen der Regionen in der SMP. Andererseits sind sie auch für die Umsetzung der SMP-Beschlüsse in ihren regionalen Organisationen zuständig.

1  Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO)

Anzahl Mitglieder: 3753
Milchmenge: ca. 739 000 t
Gründungsjahr: 2006
milchbauern.ch

2  Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP)

Anzahl Mitglieder: 2706
Milchmenge: ca. 528 000 t
Gründungsjahr: 1907
zmp.ch

3  Aaremilch AG

Anzahl Mitglieder: 1967
Milchmenge: ca. 266 000 t
Gründungsjahr: 2013
aaremilch.ch

4  Mittelland Milch

Anzahl Mitglieder: 1682
Milchmenge: ca. 354 000 t
Gründungsjahr: 2018*
mittelland-milch.ch

* aus drei PMOs BEMO, MIMO und ZeNoOs

5  MIBA Genossenschaft

Anzahl Mitglieder: 1118
Milchmenge: ca. 354 000 t
Gründungsjahr: 1905
mibabasel.ch

6  Thurgauer Milchproduzenten (TMP)

Anzahl Mitglieder: 661
Milchmenge: ca. 216 000 t
Gründungsjahr: 1897
milchthurgau.ch

7  Vereinigung der Berner Milchproduzenten Cremo AG (VBMC)

Anzahl Mitglieder: 864
Milchmenge: ca. 94 000 t
Gründungsjahr: 2023
bernercremomilch.ch

8  Fédération des sociétés fribourgeoises de laiterie (FSFL)

Anzahl Mitglieder: 1077
Milchmenge: ca. 345 000 t
Gründungsjahr: 1915
fsfl.ch

9  Fédération laitière Prolait

Anzahl Mitglieder: 891
Milchmenge: ca. 200 000 t
Gründungsjahr: 2008
prolait.ch

10  Fédération des Laiteries Réunies de Genève (LRG)

Anzahl Mitglieder: 80
Milchmenge: ca. 34 000 t
Gründungsjahr: 1911
lrgg.ch

11  Fédération Laitière Valaisanne – Walliser Milchverband (FLV)

Anzahl Mitglieder: 486
Milchmenge: ca. 35 000 t
Gründungsjahr: 1919
flv.ch

12  Federazione ticinese produttori di latte (FTPL)

Anzahl Mitglieder: 135
Milchmenge: ca. 14 000 t
Gründungsjahr: 1916

Anzahl Mitglieder: 3753
Milchmenge: ca. 739 000 t
Gründungsjahr: 2006
milchbauern.ch

Anzahl Mitglieder: 2706
Milchmenge: ca. 528 000 t
Gründungsjahr: 1907
zmp.ch

Anzahl Mitglieder: 1967
Milchmenge: ca. 266 000 t
Gründungsjahr: 2013
aaremilch.ch

Anzahl Mitglieder: 1682
Milchmenge: ca. 354 000 t
Gründungsjahr: 2018*
mittelland-milch.ch

* aus drei PMOs BEMO, MIMO und ZeNoOs

Anzahl Mitglieder: 1118
Milchmenge: ca. 354 000 t
Gründungsjahr: 1905
mibabasel.ch

Anzahl Mitglieder: 661
Milchmenge: ca. 216 000 t
Gründungsjahr: 1897
milchthurgau.ch

Anzahl Mitglieder: 864
Milchmenge: ca. 94 000 t
Gründungsjahr: 2023
bernercremomilch.ch

Anzahl Mitglieder: 1077
Milchmenge: ca. 345 000 t
Gründungsjahr: 1915
fsfl.ch

Anzahl Mitglieder: 891
Milchmenge: ca. 200 000 t
Gründungsjahr: 2008
prolait.ch

Anzahl Mitglieder: 80
Milchmenge: ca. 34 000 t
Gründungsjahr: 1911
lrgg.ch

Anzahl Mitglieder: 486
Milchmenge: ca. 35 000 t
Gründungsjahr: 1919
flv.ch

Anzahl Mitglieder: 135
Milchmenge: ca. 14 000 t
Gründungsjahr: 1916

3 Fragen an

  • Stephan Hagenbuch

    Direktor

    «Die Produzenten entschieden sich bewusst für Stabilität: minus vier Rappen über elf Monate bis Ende 2026.»

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  • Micaël Müller

    Leiter Wirtschaft & Märkte

    «Langfristig muss die Branche besser mit klima­bedingten Schwan­kungen um­gehen und syste­matisch aus den Erfah­rungen von 2025 lernen.»

    Mehr Informationen zum Thema Markt
  • Stefan Arnold

    Bereichsleiter Marketing

    «Swissmilk green bietet damit ein glaub­würdiges Qualitäts­ver­sprechen, das im inter­natio­nalen Umfeld genutzt werden kann.»

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  • Christa Brügger

    Leiterin Kommunikation

    «Ziel ist es, mit geeinter Stimme auf­zu­treten, Syner­gien zu nut­zen und die Inte­ressen der Milch­produ­zent:innen wirkungs­voll zu vertreten.»

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  • Stephan Schneider

    Bereichsleiter Finanzen, Personal und zentrale Dienste

    «Vielseitigkeit statt Spezialisierung: Unsere Mit­arbei­tenden über­nehmen unter­schiedliche Rollen und ent­wickeln sich konti­nuierlich weiter.»

    Mehr Informationen zum Thema Finanzen

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